Freitag, 25. Juni 2010

Ein Besuch bei Dr. Gabriel

Was für jeden in Deutschland eigentlich ganz normal ist, ist für uns hier schon etwas Besonderes. Ein Besuch beim Zahnarzt! Noch in Deutschland überlegten wir uns, wie die zahnmedizinische Versorgung in Sierra Leone wohl sein würde. Wir hatten einige "Vorkehrungen" gemacht, aber das kann einen "echten" Zahnarzt einfach nicht ersetzten. 
So waren wir sehr froh, als wir letztes Jahr die Bekanntschaft mit einem mexikanischen Zahnarzt machen konnten, der zusammen mit seiner Frau Sada hier zahnmedizinische Arbeit leistet.
Seit letztem Jahr sind wir mit den beiden auch gut befreundet und auch Anna und Paul mögen sie sehr! Bisher hatten wir ihr Angebot sich um unsere Zähne zu kümmern nicht angenommen, aber heute war es soweit: bei Generatorlärm und schwerem Regen wurden unsere Zähne untersucht (vermutlich so gründlich wie noch nie zuvor!) und fachmännisch gereinigt.  Weder bei Anna noch bei Paul musste gebohrt werden und zum Schluss gab es sogar noch ein Geschenk: 
Eine Zahnbürste und Zahncreme für jeden!

Alles in allem ein gelungener Zahnarztbesuch! Wir hatten auch Annas Freundin Talita und einen jungen Mann aus Freetown dabei, die beide auch dringend untersucht und behandelt werden mussten. Ich glaube noch nie im Leben dieses Jungen war ein Arzt so freundlich und vorsichtig...
Leider gibt es hier im Land nicht sehr viele Zahnärzte. Es sind, inklusive Gabriel sieben im ganzen Land, fünf davon arbeiten in Freetown. Die Versorgung beschränkt sich meist auf das Ziehen der Zähne, was aber für die meisten Leute hier finanziell auch nicht möglich ist. Da hier schon Kleinkinder Zuckerpäckchen zum Lutschen bekommen (damit sie ruhig sind) ist es nicht verwunderlich, dass die Zähne leiden, schlechtes oder kein Putzen tut sein Übriges! Das macht die Arbeit von Gabe und Sada so ungemein wichtig. Sie reisen unter anderem mit einer mobilen Zahnklinik durchs Land und versorgen die Zähne für wenig Geld. Dabei erzählen sie den Menschen von Jesus und ermutigen die Pastoren vor Ort. 

Sonntag, 16. Mai 2010

An manchen Tagen ist richtig was los

Eigentlich wollte ich nur endlich mal eine Dusche bauen, doch dann kam alles erst mal ganz anders ...
Auf der Suche nach Holzresten in der Ecke unserer Garage traute ich meinen Augen kaum: ein kleiner Skorpion hockte auf der Ecke eines Brettes. Die Kinder staunten nicht schlecht: "Was, soo klein ist ein Skorpsion?" - "Der ist aber trotzdem sehr gefährlich!!!" Schließlich blieb er friedlich hocken bis ich mich um ihn gekümmert habe.

Nachdem das Brett gesägt, geschmirgelt und poliert war, stürzte ich mich voller Tatendrang in das nächste Abenteuer! Unser Haus ist glücklicherweise von Bäumen umgeben, die in der Mittagshitze reichlich Schatten spenden. Ein besonders stacheliger Baum an der Ostseite ließ nun einen seiner von Parasiten verseuchten Äste bedrohlich nah an unser Wellblechdach heran wachsen. In den Stürmen der Regenzeit kann so ein Ast großen Schaden am Haus anrichten, weshalb ich nun auf eine selbst zusammen genagelte Leiter srieg.

"Lisa, ich säg' nur mal schnell den Ast da ab, dann mach ich die Dusche fertig!"

Die Säge (made in China) ließ mich bald im Stich, so dass ich die gute traditionelle Methode vorzog und mit einem "kohtlass" - einer handgeschmiedeten Machete - den Ast einfach (...) abhackte. Zum Glück blieb er zunächst auf dem Dach liegen, sonst wäre ich mit Striemen im Gesicht und Gecko-Futter im Mund rittlings auf dem 3m tiefer liegenden Boden gelandet. So landete jedoch der Ast auf dem Boden; er war größer und schwerer als ich zunächst angenommen hatte.

Erleichtert und dreckig konnte ich feststellen, dass das Brett inzwischen getrocknet war und die Installation der Dusche nun vorgenommen werden konnte.

"Lisa, ich nagel' nur mal schnell die Dusche ins Bad!"

Dass der Hammer (made in China) nicht viel kann, hatte ich mir bereits gedacht. Dass bei den Beton-Nägeln auch Nieten dabei sind, war mir auch klar. Und ich halte mich auch nicht unbedingt für Daniel, den Baumeister.
Aber dass die Wände so hart sind, dass mir funkende Nägel um die Ohren fliegen, und dass eher ein Stück Wand herausbricht, als dass der Nagel auch nur einen Zentimeter in die Wand fährt, hätte ich nicht erwartet; entweder ist der Stein hart, oder er bröselt einfach davon.

Immerhin konnten wir dann noch eine schöne Dusche nehmen!

Freitag, 7. Mai 2010

Mimi vs. Mau

Seit neulich regnet es wieder Katzen und Mäuse, im wahrsten Sinne des englischen Sprichwortes (it rains cats and dogs = es regnet in Strömen): Die Regenzeit hat begonnen und beschert uns gelegentlich sintflutartige Schauer, gelegentlich auch Gewitter.

Es wurde uns aber tatsächlich auch eine Katze beschert, denn Kater Mau hat Verstärkung bekommen: eine kleine Katze, die wir Mimi genannt haben (Mini-Mau), und die ihn ganz schön auf Trab hält!
Aus der "lazy male-cat" wurde über Nacht ein überaus stolzer, protziger Kater, der nun richtig den Macker rauskehrt. Wir hoffen, dass die beiden eine Rattenplage während der Regenzeit verhindern und auch den Insekten im Haus Paroli bieten. Bisher klappt das eigentlich ganz gut.